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"Eine
ideale Möglichkeit, um von den Besten zu lernen"
BZ-INTERVIEW mit Professor Egon Trump, dem Logistik-Spezialisten
der Berufsakademie Lörrach, bei der "connect-Dreiländereck"
zum Thema e-logistic
LÖRRACH. In einem Fachvortrag der beiden Dozenten der
Berufsakademie, Professor Jürgen Treffert und Egon
H. Trump, sowie neun Firmenpräsentationen beschäftigte
sich die zweite regionale Auftrags- und Kooperationsbörse
"connect-Dreiländereck" im Innocel Lörrach
gestern mit dem Thema "e-logistics". Daniel Gramespacher
sprach mit Egon H. Trump, Fachleiter Spedition, Transport
und Logistik.
BZ: Was ist eigentlich e-logistics?
Trump: Logistik beschäftigt sich vorrangig mit der
Entwicklung von Verfahrensweisen zur schnellen, zuverlässigen
und kostengünstigen Versorgung der Kunden und der dazu
notwendigen Instrumente und
technischen Hilfsmittel. e-logistics liefert hierzu wesentliche
Beiträge: mit den Möglichkeiten von e-logistics
lassen sich neue Verfahren wie die internetbasierte Bereitstellung
von Produktinformationen
mit Anfragemöglichkeit, sofortiger Verfügbarkeitsangabe
mit dem möglichen Lieferdatum und der endgültigen
Bestellung realisieren. e-logistics unterstützt aber
auch bestehende Prozesse, etwa die
schnelle und fehlerfreie Abwicklung von Eingangs- und Ausgangskontrollen
durch automatische Erfassung und Kontrolle der im Barcode
oder mittels Transponder verschlüsselten Sendungs-
und
Produktdaten mit Hilfe mobiler Datenerfassungsgeräte.
BZ: Worin liegt künftig die Bedeutung
dieser Zusammenarbeit?
Trump: Die Unternehmen konzentrieren sich im Zuge der Spezialisierung
in immer stärker auf ihr Kerngeschäft. Dadurch
hat arbeitsteilige, Unternehmensgrenzen überschreitende
Zusammenarbeit in Umfang und Bedeutung enorm zugenommen,
ein Trend, der sich weiter verstärken wird. Ohne e-logistics
sind die Anforderungen an eine leistungsfähige Logistik
nicht zu bewältigen.
BZ: Wie weit sind die Unternehmen in der
Region in der Elektronifizierung logistischer Prozesse?
Trump: In meiner Fachrichtung Spedition, Transport und Logistik
an der Berufsakademie arbeiten wir überwiegend mit
Unternehmen aus dem verkehrswirtschaftlichen Bereich zusammen.
Dort wird ständig
daran gearbeitet, die IT-Unterstützung der Geschäftsprozesse
auszubauen. Unsere Studierenden leisten dazu mit ihren wissenschaftlichen
Arbeiten, unterstützt durch Spezialisten der BA als
fachliche Betreuer, oft äußerst wertvolle Beiträge.
Die erfolgreiche Arbeit innerhalb der "Versorgungskette"
zeigt, dass diese
Unternehmen einen guten Standard erreicht haben. Doch Stillstand
würde gerade in diesem Bereich sofort auch Rückschritt
bedeuten. Die Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten
und die
entsprechenden Anforderungen der Partner zwingen zum kontinuierlichen
Ausbau der e-logistics-Aktivitäten.
BZ: Welchen Beitrag kann Connect-Dreiländereck
leisten?
Trump: Die Veranstaltung informiert über innovative
Lösungen zur IT-gestützten Abwicklung logistischer
Prozesse, für Interessenten aus der Region eine ideale
Möglichkeit zum Benchmarking im Sinne des
"Lernen von den Besten". Außerdem können
die Teilnehmer interessante Neuentwicklungen von Instrumenten
aus dem Bereich e-logistics zur Abwicklung logistischer
Prozesse kennen lernen.
Schließlich bietet das breite Spektrum Anregungen,
eigene Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln
zum Aufbau oder zur Unterstützung logistischer Geschäftsprozesse.
Diese Geschäftsprozesse nehmen
an Umfang und Bedeutung zu und sind aufgrund der Komplexität,
des Zeitdrucks und der Datenmenge ohne IT-Unterstützung
und leistungsfähige Instrumente nicht mehr zufrieden
stellend abzuwickeln.
BZ: Es geht in den Präsentationen
um unterstützende Software, modellhafte Konzepte und
ganzheitliche Lösungsansätze. Wie sieht die Logistik
der Zukunft aus?
Trump: Die Logistik der Zukunft ist geprägt durch starke,
oft internationale (damit meist auch interkulturelle) Arbeitsteiligkeit,
durch die Bewältigung einer Vielzahl kleiner, meist
eiliger Sendungen,
also hohem Zeitdruck und einer umfangreichen Datenmenge,
die zur Planung, Steuerung und Kontrolle im Sinne einer
kundenorientierten erfolgreichen Abwicklung und eines effizienten
Qualitätsmanagements
jederzeit allen Beteiligten in der Wertschöpfungskette
anforderungsgerecht zur Verfügung stehen muss.
Badische Zeitung, 25. Juni 2003 |